Projekte

Die TheaterFABRIK ist die theaterpädagogische Abteilung von Theater&Philharmonie Thüringen. Hier haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, an unterschiedlichen Theaterprojekten, regelmäßig stattfindenden Kursen oder einmaligen Workshops teilzunehmen und auf diese Weise selbst kreativ zu werden. Außerdem bietet die TheaterFABRIK Begleitmaterialien zu ausgewählten Inszenierungen von Theater&Philharmonie Thüringen an und ist Ansprechpartner für Lehrerinnen und Lehrer, die Interesse an Begleitangeboten wie Einführungen und Nachgesprächen zu Theaterbesuchen haben

Der Geizige

TheaterFABRIK

Harpagon ist ein reicher Geizhals, der allen Menschen, vor allem aber seinen Kindern misstraut und daher eine Geldkassette im Garten vergraben hat. Nun befürchtet er, man könne ihm diese stehlen …
Molières (1622-1673) Tragikomödie zeigt auf, wohin der Geiz den Menschen treiben kann: je mehr er besitzt, desto größer die Angst vor Verlust, so scheint es. Auf jeden Fall bietet uns Der Geizige eine spannende Vorlage, um vielfältige darstellerische Möglichkeiten auszuschöpfen: von der Commedia dell’arte über die Opera buffa bis hin zu modernen Ausdrucksformen. Wir werden uns bei allem bedienen, was uns hilft, die Geschichte facettenreich nachzuerzählen und menschliche Abgründe, Leidenschaften und Sehnsüchte auszudrücken.

Farm der Tiere

Nach George Orwells Erzählung Animal Farm

Fr 20.05.2016 / 20:00 Uhr

Tonhalle Gera

Die Masse ist in diesen Zeiten gerade wieder en vogue. Wobei hier die wechselseitige Massenfurcht gemeint ist. Denn die Masse fühlt sich vom Staat bedroht und der Staat hat Angst vor der Masse, die sich leicht verselbständigen und das gesellschaftliche Ganze zum Einsturz bringen kann. Mit diesem Umstand hat sich das ambitionierte TheaterFABRIK-Ensemble um Regisseurin Nanna Przetak zwei Monate auf der Basis von George Orwells Erzählung „Farm der Tiere“ auseinandergesetzt und setzt nun einen klaren Akzent. Dieser liegt, wie gesagt, auf dem Schaf, das bereitwillig bereit ist jedem Leithammel zu folgen, wenn dessen Botschaft nur einfach genug formuliert ist („vier Beine gut, zwei Beine schlecht“).
Das Besondere dieser Produktion ist, dass viel gesagt, aber nicht gesprochen wird. „Der nonverbalen Kommunikation gelingt es, das Unaussprechliche anschaulich zu machen“, so die Regisseurin.
Man darf auf eine neue Produktion gespannt sein, die aktuelle Themen unterhaltsam und berührend zugleich auf die kleine Bühne der TheaterFABRIK zaubern will.

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Menschenskind

Fr 06.05.2016 / 18:00 Uhr EINTRITT FREI
Tonhalle Gera

„Menschenskind“ heißt ein im Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördertes Projekt der TheaterFABRIK, das sich mit der kindlichen Unversehrtheit auseinandersetzt. Am Freitag, 6. Mai, um 18 Uhr, kann man es zum ersten Mal bei freiem Eintritt in der Tonhalle Gera sehen.
Das eigens dafür geschriebene Theaterstück, das sich in nahezu jedem Raum realisieren lässt und von Workshops begleitet wird, ermöglicht Mobilität. So kann das Projekt in diesem Kalenderjahr verschiedensten Einladungen folgen.

Dass es nicht gut ist, sich seine Kindheit austreiben zu lassen, hat schon Erich Kästner gewusst. Dass Kinderleid, nicht minder groß ist als das Leid der Erwachsenen, ist mittlerweile eine Binsenweisheit.
So stellt das bewährte Team Nanna und Peter Przetak mit dem Puppenbauer Christian Werdin die Kinderseele ins Zentrum einer Geschichte für Menschen zwischen 4 und 8 Jahren. Mithilfe eines Puppenensembles von 9 Figuren und eines großen Menschen (Peter Przetak), der mal in die Rolle des Tröstenden, mal des Beratenden schlüpft, wird die kleine Heldin Marie (eine Puppe) in die Welt geschickt, um herauszufinden was Glück ist und was unglücklich macht. Sie wird herausfinden, dass sie nicht „falsch“, sondern ein kleiner Mensch ist, der seine Erfahrungen machen muss.

Der ernste Hintergrund dieser besonderen Art der Auseinandersetzung ist, dass die Ursache für die Angst vor Fremdem, vor neuen Erfahrungen und einem Mangel an Lebenslust, laut einer repräsentativen sozialwissenschaftlichen Studie, vor allem in der Kindheit zu suchen ist. Den Kindern Eigenverantwortlichkeit zurück zu schenken und zu verdeutlichen, dass es letzten Endes immer der Mensch ist, der die beste Medizin, aber auch das gefährlichste Gift für den Menschen sein kann, will das Projekt „Menschenskind“ auf den Punkt und mit einer gehörigen Portion Lebensfreude auf die Bühne und in die Region Ostthüringen bringen.

Foto: Sabina Sabovic

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Schlaf jetzt

Die nächsten Termine

Fahrenheit

Spielprojekt nach dem Roman von Ray Bradbury

Im Mai 2015 wurde das Stück Fahrenheit 451 nach dem Roman von Ray Bradbury zum ersten Mal auf die Bühne der TheaterFABRIK gebracht und wird nun in dieser Spielzeit wieder aufgenommen.
Der Roman beschreibt eine im gesellschaftlichen Konsens geplante, konstruierte Gesellschaft. Eine kurze Beschreibung:
In dieser zukünftigen Welt sind alle Häuser feuerfest gebaut. Kleidung, Nahrung, Medien und Drogen existieren im Überfluss. Kein Mensch muss sich mehr ernsthaften Sorgen hingeben. Trotz der voranschreitenden Technologie ist ein Berufstand nicht aus der in Fahrenheit 451 porträtierten Menschheit wegzudenken, denn auf ihm begründet sich die Erhaltung dieser faszinierend simpel gestrickten Welt. Es handelt sich um die Feuerwehr, die einen intensiven Anstieg ihrer gesellschaftlichen Bedeutung erlangt. Das ehemalige, heutige Berufsbild hat sich jedoch in sein völliges Gegenteil verkehrt.
Die Feuerwehr verfolgt die staatlich geleitete Aufgabe, alle Literatur in gebundener und gedruckter Form zu verbrennen und die Leser dieser Werke zu bestrafen. Die in den Büchern eingeschlossene Individualität und der geistige Reichtum der Autoren werden durch die kurzweilige Unterhaltung massenkompatibler Medien ersetzt. Dies stößt bei der breit gefächerten Masse der Dystopie auf große Begeisterung, da der Wunsch nach permanenter Unterhaltung fest in dem flexiblen, neuen Erdenbewohner verankert ist. Die Welt ist schnell. Ein Buch jedoch benötigt Zeit, Aufmerksamkeit und Konzentration. Dem Staat sind die vielen Worte, philosophischer und phantastischer Natur ein Dorn im Auge, denn sie regen den normalen Bürger dazu an, die gesellschaftlichen Werte und ihn, den Staat. Montag, eigentlich ein eingefleischter Verfechter der Feuerwehr und Protagonist des Romans, der seinen Beruf als Berufung begreift, erkennt nach einem „Arbeitsunfall“ dessen Zeuge er wurde, welchen Einfluss Bücher auf die Entwicklung des individuellen Denkens besitzen. So widmet er sich immer mehr der verbotenen Literatur die er eigentlich hätte verbrennen sollen.
Dieses neu erwachte Bewusstsein lässt ihn zu einem Dorn im Auge des Staates werden. Rasch entwickelt sich sein Vorgesetzter, Feuerwehrhauptmann Beatty zu einem bedrohlichen Gegenspieler.
Fahrenheit 451, die Temperatur bei der Papier Feuer fängt, ist ein brandaktuelles Stück, welches die Aufmerksamkeit auf bereits vorhandene gesellschaftliche Tendenzen lenkt. Mit einem Gespür für Bewegungen und Körpersprache inszeniert Nanna Przetak dieses Theaterstück nach der Dramaturgie von Peter Przetak und verbindet dabei den Ernst der Geschichte mit Humor.

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Soap – Das Gerücht

Fr 18.03.2016 / 20:00 Uhr PREMIERE

Tonhalle Gera

In der neuen Folge ist der Ort des Geschehens ein trister Bahnhof der 1930er Jahre wo eine Reihe skurrile Gestalten aufeinander treffen. Unter anderem sitzen dort eine Witwe, ein Hellseher mit seinem Mündel, ein Psychiater, ein junges Paar, eine Mutter mit Kind, ein Bestatter und Gott höchst persönlich.
Wenn man diesen Figuren Glauben schenken darf, hütet so manch einer ein dunkles Geheimnis in sich. Jedoch welches davon nur ertratscht und welches wirklich der Wahrheit nahe kommt, bleibt abzuwarten. Oder ist vielleicht alles nur ein Gerücht?

 Premiere

Der Henker und sein Opfer – TheaterFABRIK macht Kopfkino
15. Januar 20 Uhr Tonhalle Gera

Was wäre wenn, ein Schriftsteller gegen ein Regime schreibt, oder gegen einen Irrglauben oder sich schlicht für Freiheit und Menschlichkeit einsetzt. Was wäre wenn, dieser Schriftsteller Besuch vom Henker bekommt, der ihn im Auftrag des Staates henken soll? Dürrenmatt hat sein Hörspiel „Nächtliches Gespräch mit einem verachteten Menschen“ 1951 unter dem Eindruck der Nazizeit geschrieben, und doch spielt dieser Umstand eine untergeordnete Rolle. Denn zwischen dem Henker und dem Schriftsteller entspinnt sich ein Gespräch, in dem die Grenzen der Mächtigen ebenso aufgezeigt werden, wie die Tatsache, dass Ideen, wenn sie denn moralisch-ethischen Grundsätzen folgen, den Tod des Idealisten überdauern, wenn dieser sich demütig dem Tode hingibt.
Die TheaterFABRIK möchte mit dieser Produktion an den Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 erinnern und folgt mit einem für die FABRIK neuen Format dem diesjährigen Motto: Kopfkino. Es wird eine Mischung aus Live-Hörspiel, Schauspiel und Toncollage gewählt, die aus analogen und virtuellen Geräuschen entstehen wird.
Die nächsten Vorstellungen gleich am 16. und 17. Januar, ebenfalls 20 Uhr.

Bei Rita

TheaterFABRIK

Fr 18.12.2015 / 19:30 Uhr AUSVERKAUFT

Tonhalle Gera

„Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann…“ heißt das Projekt, an dem in der TheaterFABRIK von Theater&Philharmonie Thüringen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in der Tonhalle Gera schon seit Juni gearbeitet wird. Dazu gehören Symposien, Workshops, Multiplikatorenveranstaltungen, Sprachkurse und das Theaterstück „Bei Rita“, das am 18. Dezember seine Premiere erleben wird. Alle Aktivitäten haben das Ziel, unterschiedlichste Menschen zusammenzuführen und zu verdeutlichen, dass die sozialen Verwerfungen in Deutschland durch die Flüchtlinge schneller auf der Hand liegen, als es normalerweise der Fall gewesen wäre.
Für das Stück „Bei Rita“ hat sich in der TheaterFABRIK ein außergewöhnliches Ensemble gebildet: es besteht aus 7 Menschen aus Eritrea und 10 Menschen aus Ostthüringen. „Bei Rita“ heißt eine Kneipe, die irgendwo in Europa an irgendeinem Hafen liegen könnte. TheaterFABRIK-Leiter Peter Przetak hat sich bewusst dafür entschieden, die Handlungszeit in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zu verlegen. Das ermöglicht Regisseurin Nanna Przetak besser das aktuelle, politisch brisante Thema Flüchtlinge künstlerisch zu bearbeiten.
„Es ist die erste, wahre Prozessarbeit seit ich in dieser Position bin“, so Peter Przetak. Denn in der dreimonatigen Probenphase mussten Barrieren überwunden oder zumindest klar benannt werden, die wiederum Teil des Stückes wurden. Angefangen von der Sprachbarriere über die kulturellen Hürden bis zu den grundsätzlichen Fragen der Sozialisation. In diesem Prozess war das Ensemble immer auf der Suche nach dem, was die Menschen, gleich welcher Nationalität oder sozialer Stellung, miteinander verbindet. Da die künstlerischen Wurzeln von Nanna Przetak im Tanz gründen, lag es nahe, den Ensemblegedanken mittels Bewegung zu initiieren und so einen gemeinsamen Geist zu schaffen. So wird sich der Zuschauer in einer Bar wieder finden und dort die ganze Bandbreite menschlicher Leidenschaften erleben können, die im Menschsein begründet liegen. „Bei Rita“ wird getanzt, gesungen, geliebt, diskutiert und um den Umstand gerungen, dass das beste Heilmittel für den Menschen immer noch der Mensch ist!

 

Zum Programm der TheaterFABRIK Spielzeit 2015/2016

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